Zeit für eine Landpartie :: Beitrag
(Hier demnächst mehr Info)
Endlich Sommer! Auch für den notorischsten Museumsgänger heißt es jetzt: hinaus aus der Großstadt, hinaus aufs Land, wo rund um München neun Museen und Galerien zu einer kulturellen Landpartie einladen.

Rechts der Isar, im schönen Ismaninger Schloßpark, lockt zunächst das Kallmann-Museum, einziges Kunstmuseum im Landkreis München. Die umfangreiche Porträtsammlung von bedeutenden Zeitgenossen des Künstlers ist ein Dokument der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts.

In direkter Nachbarschaft, im ehemaligen Gärtnerhaus, befindet sich das Schloßmuseum mit seinen Wandmalereien im pompejanischen Stil. Es zeigt eine kulturhistorischen Sammlung zur Orts- und Schlossgeschichte. Kleinere Ausstellungen wie jene zu den Arbeitswelten in Oberbayern (noch bis 30. Juni 2013) finden im architektonisch anspruchsvollen Schloßpavillon einen reizvollen Rahmen.

Kultur und Natur lassen sich aber nicht nur in Ismaning aufs Beste verbinden. Links der Isar grüßt schon bald die 1300 Jahre alte, auf Hügeln gelegene Bischofsstadt Freising, eine der historischen Keimzellen Altbayerns. Das traditionsreiche, 2007 als Stadtmuseum neu eröffnete stadtgeschichtliche Museum im großen barocken Gebäude der ehemaligen bischöflichen Hochschule macht die Stadt und ihre Geschichte erlebbar und begreifbar. Noch bis zum 14. Juli 2013 wird dort "Kostbares und Unbekanntes" aus dem Depot gezeigt, vieles davon zum ersten Mal.

Mit gleich drei musealen Highlights kann Dachau, die nach Freising zweitgrößte Stadt im Münchener Umland, aufwarten. Hier ist es vor allem die Landschaftsmalerei, die in der Gemäldegalerie den Bezug zwischen dem Drinnen und Draußen der Landpartie herstellt, zwischen dem Dachauer Moos mit seinen Streuwiesen, Kiefernwäldern, Bruchwäldern und Auen und den hier entstandenen großartigen Werken von Carl Spitzweg, Fritz von Uhde, Adolf Hölzel, Max Liebermann und Lovis Corinth, um nur einige zu nennen. Derzeit ist dort die Ausstellung "Wiederaufbau und Wirtschaftswunder" zu Gast (noch bis 15. Sept 2013).

Auch das Bezirksmuseum mit seiner in über 100 Jahren zusammengetragenen Sammlung kann mit bedeutenden Beständen punkten. Hingegen reicht die Geschichte der Neuen Galerie gerade einmal 21 Jahre zurück, nach einjähriger Odyssee hat sie ihr Domizil jetzt in der Altstadt unweit der beiden anderen Museen bezogen.

Einige Kilometer amperaufwärts liegt Fürstenfeldbruck, berühmt für seine schöne Klosterkirche, die zu den großartigsten Barockbauten Bayerns zählt. Das Stadtmuseum befindet sich in den großzügigen Räumen der ehemaligen Klosterbrauerei und erzählt von der Geschichte des Klosters, vom Alltag der Bürger in der Zeit um 1900 und von der Vor- und Frühgeschichte der Region. Umgebaut und erweitert, erstrahlt es seit dem 3. Mai 2013 in neuem Glanz.

Der Jexhof nahe der Gemeinde Schöngeising ist ein alter Dreiseithof mit Wohnhaus, Roßstall, Stadel, Back- und Waschhaus, Obst- und Bauerngarten. Idyllisch auf einer Waldlichtung gelegen, greift er in seinem vielseitigen Programm volkskundliche und regionalgeschichtliche Themen auf.

Vom Museum Starnberger See aus, der letzten Landpartie-Station, könnte man es wagen, nach einem anregenden Gang durch die 500-jährige Geschichte der höfischen Prunkschifffahrt den See auch noch befahren, aber dafür reichte die Zeit selbst dann nicht, wenn von den neun Museen einige ausgelassen würden.

Allerdings hat so ein Landpartie-Wochenende ja zwei Tage, nicht wahr?