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Intern
AusstellungHansestadt Lübeck, 2.10.2011 bis 24.6.2012
Karte

Museum für Natur u. UmweltMühlendamm 1-323552 Hansestadt Lübeck

www.luebeck.de/...seum/index.html

Di-Fr 9-17 UhrSa-So 10-17 Uhr

Wölfe

Eine Ausstellung des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz

Der Wolf war früher das am weitesten verbreitete Raubtier der Erde, wurde jedoch in West- und Mitteleuropa nahezu ausgerottet. Deutschland wurde erst Ende der 1990er Jahre wieder besiedelt. Wie viele Wölfe heute hierzulande leben und wo genau, weiß man nicht, denn der Wolf ist extrem menschenscheu. Aber er hinterlässt Spuren, die seine Anwesenheit – auch in Schleswig-Holstein – verraten. Das Museum für Natur und Umwelt in Lübeck zeigt auf 300 Quadratmetern eine Ausstellung des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz, die sich mit dem Leben dieser faszinierenden Tiere beschäftigt.

"Im Jahr 1820 wurde der letzte Wolf in Schleswig-Holstein geschossen. Jetzt bekommen wir eine neue Chance, unser Verhältnis zu diesem faszinierenden Wildtier zu verbessern“, erklärte Dr. Susanne Füting, Leiterin des Museums für Natur und Umwelt, gegenüber den Journalisten und ergänzte: „Diese Ausstellung bringt neueste Erkenntnisse aus der Freilandforschung und räumt mit Vorurteilen auf."

In Sachsen, in der Lausitz, sind seit etwa zwölf Jahren wieder wilde Wölfe zu Hause. Im östlichen Teil Sachsens und Brandenburgs soll es derzeit neun Rudel mit rund 60 Tieren geben. Mit Eintritt der Geschlechtsreife müssen die Jungtiere das Revier der Eltern verlassen. Dabei wandern sie weite Strecken, wie Nachweise in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg Vorpommern, Niedersachsen, Hessen und auch Schleswig-Holstein zeigen.

Die Ausstellung "Wölfe" gibt einen Einblick in das Leben dieser beeindruckenden Tiere. Sie beleuchtet das ausgeprägte Sozialverhalten im Rudel, die Beziehung zwischen Wolf und Beute, den Schutz der Wölfe und das zugehörige Wildlife- Management, aber auch Konflikte und Akzeptanzprobleme in der Bevölkerung. Bis heute werden sie vom Menschen als Räuber gefürchtet, aber auch bewundert für ihre feinen Sinne, ihre ungeheure Schnelligkeit und Kraft. Die Ausstellung gibt gleichzeitig Einblicke in die modernen Untersuchungsmethoden von Wildbiologen. Das wildtiergenetischen Labor Senckenbergs analysiert als nationales Referenzzentrum Wolfsproben aus ganz Deutschland. Es deckt auf, mit welchem Rudel ein Tier verwandt ist, woher es kommt und wie sich das Wanderungsverhalten sowie die Ausbreitung entwickeln. Auch durch Sender und Satellitenortung bleiben Forscher dem Wolf dicht auf den Fersen, ohne ihn in seinem natürlichen Verhalten zu stören.

Eine Karte in der Ausstellung zeigt, dass Schleswig-Holstein geeignete Lebensräume für Wölfe bietet. Mittlerweile sind die menschenscheuen Tiere in der Lübtheener Heide im Westen Mecklenburgs angekommen und besiedeln von dort aus vielleicht eines Tages die Wälder vor den Toren Lübecks.

Spektakuläre Filmaufnahmen der Lausitzer Wolfsrudel, interaktive und akustische Installationen, Modelle und Präparate machen die aktuelle Ausstellung in Lübeck zu einem Erlebnis für alle Sinne. Dazu gehört auch ein Spielbereich, in dem Kinder den Nachtwald und seine Stimmen kennen lernen und Geschichten über den Wolf hören.
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