
Sie prägt das Stadtbild, liegt inmitten der idyllischen Wallanlagen: die 1849 errichtete und 1902 umgebaute Kunsthalle Bremen. Schon deshalb stellte ihre Erweiterung eine große architektonische Herausforderung dar.
Baukräne und Betonmischer statt Dürer und Picasso
Ein Bild, das rund zwei Jahre lang das Ambiente am Wall prägte. Denn die Kunsthalle Bremen wurde erweitert und zugleich modernisiert. Ein aufregendes, zukunftsweisendes Projekt! Zusätzliche Räume und eine zeitgemäße Technik - damit legte die Kunsthalle das Fundament für künftige Ausstellungen der Extraklasse wie zuletzt "Monet und Camille" und "Paula in Paris".
Dafür wurden entscheidende Bereiche wie Anlieferung, Sicherheit, Klimatechnik, Depots und Restaurierungswerkstätten auf den modernsten Stand gebracht. Maßnahmen, mit denen die Kunsthalle den Anforderungen internationaler Leihgeber und Versicherungen an weitere hochkarätige Veranstaltungen in Bremen gerecht wird. Mehr Platz wurde auch für die Bildung und Vermittlung geschaffen, um der großen Nachfrage zu entsprechen.
Das kann sich sehen lassen
Die neue Kunsthalle Bremen wird durch zwei kompakte, sechsgeschossige Baukörper flankiert, was die ursprüngliche Symmetrie des 1849 errichteten Gebäudes wieder herstellt. Der 1982 gebaute Anbau an der Ostseite wich einem schmaleren, tiefer in die Erde eingelassenen Kubus, der die Sicherheitsschleuse für die Anlieferung von Kunstwerken, Restaurierungswerkstätten, Ausstellungs- und Sammlungsräume, Depots, die Technikzentrale und Büroräume aufnimmt. An der Westseite entstand ein kleinerer Kubus mit Sammlungsräumen, einer Ausstellungsfläche für das Kupferstichkabinett, der Museumsbibliothek und Räumen für die Bildung und Vermittlung. An der Südseite erwartet die Besucher nunmehr ein zum Wasser gelegenes Museumscafé. Der unter Denkmalschutz stehende Altbau mitsamt dem Kupferstichkabinett blieb erhalten und wurde mit den Erweiterungsbauten verbunden.
Insgesamt erhielt die Kunsthalle durch das Bauprojekt, für das 30 Millionen Euro veranschlagt waren, ein Drittel an zusätzlicher Fläche. Hinsichtlich der Kosten wurde die Tradition bürgerlichen Engagements - ein Grundpfeiler für die Existenz der Kunsthalle - fortgesetzt: Die Familien Friedrich Lürßen und Peter Lürßen sowie die Karin und Uwe Hollweg-Stiftung übernahmen den privaten Anteil von einem Drittel für den Kunstverein. Das Land Bremen und der Bund trugen je ein weiteres Drittel der Gesamtkosten.