Das Widukind-Museum zeigt die spannende und wechselvolle Geschichte des Mythos Widukind. Die wenigen Informationen über Widukind aus den fränkischen Reichsannalen waren der Ausgangspunkt für die zahlreichen anschaulichen Erzählungen, die im Laufe der Jahrhunderte über Widukind verfasst wurden.
Während Widukind für die Franken ein Anti-Held war, erschien er den sächsischen Autoren des Mittealters als kämpferischen und christliches Vorbild für ihre Gegenwart. Die Adelshäuser der frühen Neuzeit machten aus ihm einen bedeutenden Stammvater. Die Schriftsteller, Künstler und Historiker des 19. Jahrhunderts stellten ihn als charismatischen Helden dar. Der Nationalsozialismus wiederum sah in dem „Sachsenführer“ ein Idol für „Rassereinheit“, Kampfesmut und „Volksgemeinschaft“. Jede Zeit machte sich ihr eigenes Bild vom sächsischen Adeligen Widukind. Darüber hinaus versuchen Wissenschaftler verschiedener Disziplinen eine Antwort auf die Frage zu geben, warum wir eigentlich glauben, dass Widukind in Enger begraben liegen könnte. Wir laden Sie ein zu einer Zeitreise durch die Jahrhunderte und zur Lösung des sog. Widukind-Knochenkrimis.
Widukind – sächsischer Adeliger, heidnischer Freiheitskämpfer, christlicher Held oder verbrecherischer Aufrührer?
Sein Leben und seine Taten bleiben im Dunkel der Geschichte verborgen.
Umso größer – der Widukind-Mythos. Die fränkischen Reichsannalen berichten für die Jahre 772 bis 785 über heftige Kämpfe zwischen Sachsen und Franken. Widukind soll als Anführer der Sachsen die Aufstände gegen die Franken organisiert haben. Am Ende gab er den Widerstand auf und ließ sich taufen. Hier, in der Stiftskirche Enger soll er seine letzte Ruhestätte gefunden haben.
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