Vertrieben - verloren - verteilt

Drehscheibe Pöppendorf 1945 – 1951

Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk
28.10.2018-28.4.2019

Kokerstraße 1-3
23569 Lübeck

geschichtswerkstatt-herrenwyk.de

Fr 14-17 Uhr
Sa-So 10-17 Uhr

Der stille Ort im Wald war Dreh­scheibe für die Ver­schie­bung riesi­ger Menschen­mengen aus Danzig, Königs­berg oder Stettin in den gesamten nord­deutschen Raum. 1946 wurden täglich bis zu 3.000 Menschen durch­ge­schleust.

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Vertrieben - verloren - verteilt :: Ausstellung
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Im Waldhusener Forst, zwischen dem alten Bahnhof Kücknitz und Pöppendorf in der Gemarkung Waldhusen-Pöppendorf, befand sich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges das größte Flüchtlingsdurchgangslager Norddeutschlands. Zwischen Ende 1945 und Anfang 1951 fanden hier mehr als eine halbe Million Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten Aufnahme.

Dieser stille Ort im Wald war damals eine Drehscheibe für die Verschiebung riesiger Menschenmengen aus Danzig, Königsberg oder Stettin in den gesamten norddeutschen Raum. 1946 wurden das ganze Jahr über durch das Lager täglich bis zu 3.000 Menschen durchgeschleust. Es war eine gewaltige logistische Leistung, diese Menschen aufzufangen, zu versorgen und an einen sicheren Bestimmungsort weiterzuleiten.

Im Frühjahr 1947 waren die Aufnahmekapazitäten in den Städten und Kreisen Schleswig-Holsteins erschöpft und die nun eintreffenden Flüchtlinge verblieben teilweise Wochen und Monate lang im Lager. Im Herbst des gleichen Jahres wurden hier schließlich im Rahmen der „Operation Oasis” tausende jüdische Flüchtlinge der „Exodus” untergebracht. Das Lager wurde danach noch bis zum Sommer 1950 als Wohn- und Durchgangslager genutzt. Im Frühjahr 1951 wurde das Lager schließlich aufgelöst und abgerissen.