Museum Schloß Wildegg
Das heute von Gärten, Wiesen und Rebland umgebene Schloss wurde um 1200 von den Habsburgern gegründet. Während elf Generationen befand es sich mit seinen Gütern im Besitz der Familie Effinger.
Die Familie Effinger und ihr Schloss
Zwischen 1483 und 1912 war das Schloss Wildegg Sitz der niederadligen, ins bernische Patriziat aufgenommenen Familie Effinger. In dieser Zeit wurden das Schloss und seine Nebengebäude immer wieder den geänderten Bedürfnissen angepasst. Vom Prestige der Familie zeugen die Beute, die Bernhard Effinger 1683 vom Kampf gegen die Türken vor Wien nach Hause brachte, und die Kirche von Holderbank mit der Familiengruft. Ein Audioguide stellt ausgewählte Familienmitglieder und ihre Lebensgeschichten vor.
Gediegenes Wohnen
37 Wohn- und Arbeitsräume des Schlosses sind original eingerichtet und zeugen von der gehobenen Lebenskultur und dem erlesenen Geschmack der Familie Effinger. Möbel und Gemälde, Öfen und bemalte Tapeten, Uhren und Lampen, Porzellangeschirr und Waffen aus verschiedenen Epochen - stets das Feinste vom Feinsten findet sich auf Schloss Wildegg.
Oase der Behaglichkeit
Um den grossen Schlosshof gruppieren sich vier Gebäude: das eigentliche Schloss, die Schlossscheune mit Spielmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche, das Erlachhaus mit Schlossbistro und der Villa-Landhaus-Komplex mit dem neuen Besucherzentrum. Unterhalb der Schlossanlage erstreckt sich eine grosse Terrasse mit alten Linden und grossartiger Aussicht.
Nutz- und Lustgarten
Die Verbindung von Nützlichem und Schönem war charakteristisch für die Lebensweise der Menschen im 18. Jahrhundert. So war der repräsentative Garten mit den romantischen Pavillons nicht nur Gemüselieferant, sondern auch Erholungsort für die Familie Effinger und ihre Gäste. Heute präsentiert sich die Gartenanlage im jahreszeitlichen Wechsel stets in einem anderen Bild und lädt zum Flanieren, Riechen und Staunen ein. Die Gemüse- und Kräutergärten des 18. Jahrhunderts waren überaus vielfältig. Heute sind 80 Prozent der ursprünglichen Kulturpflanzen ausgestorben. Der Schlossgarten ist ein Rettungsanker für die bedrohten Schützlinge: Jahr für Jahr werden hier Samen von rund 70 seltenen ProSpecieRara-Sorten geerntet.
Rosengarten
Der Rosengarten, angelegt neben dem Rebhaus, stammt aus der Zeit um 1830. Seit 2005 werden die Rosen unentgeltlich von der Gesellschaft Schweizerischer Rosenfreunde, Gruppe Aargau, gehegt und gepflegt. Im Juni ist Hauptblütezeit der historischen Rosen, der Rosenbögen sowie der englischen Rosen und Edelrosen.
«Frauen vor! sechs Frauen erzählen Geschichte(n)»
Die Saison 2012 im Museum Aargau steht ganz im Zeichen der Frau.
Die Schlösser Lenzburg, Hallwyl, Wildegg, Habsburg, das Kloster Königsfelden und der Legionärspfad Vindonissa präsentieren ab April Frauengeschichte(n) anhand von sechs eindrücklichen Frauenportraits. Unter dem Titel «Frauen vor! Weibliche Lebenswelten im Schloss und Kloster» stehen Ausstellungen, Events und Vermittlungsangebote auf dem Programm. Warum war die eine aufmüpfig und die andere wohltätig? Und wie war das mit der Seelenretterin im Mittelalter oder der Unzüchtigen im 16. Jahrhundert? Das Spektrum der sechs Frauenleben ist vielfältig und reicht von der Antike bis ins frühe 20. Jahrhundert. Im Fokus stehen neben dem Profil und der Lebensgeschichte auch das historische und gesellschaftliche Umfeld.
Auf Schloss Wildegg: Julie von Effinger, die Wohltätige
Julie von Effinger und ihre Schwester Pauline erbten gemeinsam von ihrem Vater und ihrem Onkel die Schlossdomänen Wildegg und Wildenstein. Bis 1888 wohnten sie gemeinsam auf der Wildegg, dann zog Pauline nach Wildenstein. 1886 baute Julie die Villa, da ihr das Treppensteigen im Schloss Mühe machte. Hier lebte sie bis zu ihrem Tod. 2012, hundert Jahre später wird ihre Villa erstmals öffentlich zugänglich gemacht.