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Staatsgalerie Stuttgart
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KulturAmbulanz28325 Hansestadt Bremen

Sanatorium SehnsuchtAusstellung 23.10.2011-18.3.2012

Fon (0421) 408-1757Fax (0421) 408-2898

www.krankenhausmuseum.dekultur@klinikum-bremen-ost.de

Autor:Giesbert Karnebogen

Die Ausstellung zeigt, wie sich die großen Krankheitsmetaphern der Jahrhundertwende - Tuberkulose und Wahnsinn - in Kunst und Gesellschaft widerspiegeln.

Sanatorium Sehnsucht

Kunst und Krankheit im Zeitalter der Nervosität

Die sprichwörtlich „galoppierende“ Schwindsucht und der überall lauernde Wahnsinn bedrohten die Gesellschaft um 1900 existentiell. Aber nicht nur Zukunftsangst und Nervosität prägten das Lebensgefühl, es herrschte gleichzeitig eine große Sehnsucht nach Veränderung - weg von der alten, spießbürgerlich empfundenen Ordnung, hin zu neuen, naturgemäßen Lebensformen und Gesellschaftsentwürfen. Es waren Künstler wie Edvard Munch, die um die Jahrhundertwende die Weichen zu einem geistigen Umbruch stellten, indem sie eine neue Lebens- und Kunstauffassung vertraten. Die Ausstellung „Sanatorium Sehnsucht“ zeigt, wie sich die großen Krankheitsmetaphern der Jahrhundertwende - Tuberkulose und Wahnsinn - in Kunst und Gesellschaft widerspiegeln. Ausgewählte Gemälde, Graphiken, Zeichnungen von Zeitgenossen Munchs sowie Plakate, Filme, Fotos und medizingeschichtliche Exponate erzählen vom Leben und Leiden der Menschen im Zeitalter der Nervosität.

Während Künstler wie Heinrich Vogeler, Käthe Kollwitz oder Conrad Felixmüller engagiert ihre Stimme gegen den Wahnsinn des Krieges und das Elend Tuberkulosekranker erheben, suchen andere wie Elfriede Lohse-Wächtler durch eine expressive Bildsprache ihrer Sehnsucht nach freien Beziehungs- und Lebensformen Ausdruck zu verleihen. Eindrückliche Werke so genannter Geisteskranker aus der Sammlung Prinzhorn, an gesiedelt an der Schnittstelle zwischen Psychiatrie und Kunst führen in die Welt des Traums und des lmaginären. Viele dieser künstlerischen und kulturhistorischen Spuren kreuzen sich schließlich im Sanatorium, einer ambivalenten Einrichtung zwischen Kurstätte und Zwangsasyl, einem Ort an dem Krankheit, Sehnsucht und Tod zum Alltag gehören.
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