Roemer- und Pelizaeus-Museum
Auf den Spuren von Göttern, Gräbern und Geschichte(n)
Das Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim (RPM), rund 30 Kilometer südlich von Hannover, gehört zu den bedeutendsten Museen Norddeutschlands. Hinter dem Doppelnamen stehen die Familiennamen der Begründer des Museums: Hermann Roemer (1816-1894) und Wilhelm Pelizaeus (1851-1930). Sie stifteten ihre Sammlungen ihrer Heimatstadt und schufen so die Grundlage für das Museum, das 1845 eröffnete. Bereits in seinen Anfängen sollte es als „Weltmuseum“ Kunstschätze aus aller Welt mit der Naturkunde und einer stadtgeschichtlichen Sammlung vereinigen.
Heute ist das RPM vor allem bekannt für seine herausragende Altägypten-Sammlung. Den größten Teil dieser Schätze verdankt das Museum Wilhelm Pelizaeus, der von 1869 bis 1914 in Ägypten lebte und arbeitete. Als Förderer der Grabungen auf dem Plateau von Giza erhielt Pelizaeus durch offizielle Fundteilungen Statuen, Reliefs und Grabbeigaben, die er der Stadt Hildesheim 1907 schenkte. Sie bildeten den Grundstock des 1911 eröffneten Pelizaeus-Museums.
Ein Jahrhundert später erzählen im RPM viele einmalige Zeugnisse zur Verwaltung, Religion, Architektur und Kunst Ägyptens Geschichte von den Anfängen bis in das christliche Mittelalter. Im Zentrum stehen dabei aber auch heute noch die über 4000 Jahre alten Funde vom Plateau der Pyramiden von Giza, denn das Hildesheimer Museum besitzt neben Wien, Bosten und Kairo eine der bedeutendsten Sammlungen aus der Zeit der Pyramiden! Weltweit einzigartig unter den Hildesheimer Schätzen ist die Statue des Wesirs Hem-iunu, der den Bau der Cheops-Pyramide leitete. Diese Statue ist bis heute das einzige lebensgroße Bildnis eines Privatmannes aus der Zeit des Pharaos Cheops und zählt – wie auch z.B. die Nofretete und der Rosetta Stone – zu den wichtigsten Zeugnissen ägyptischer Kultur.
Zu den weiteren Highlights zählen u.a. eine Anubis-Maske aus gebranntem und bemaltem Ton (Spätzeit, 6.-4. Jahrhundert v. Chr.), das bis heute einzige Beispiel ihrer Art, und eine Bronzebüste eines spätzeitlichen Königs aus dem 4. Jahrhundert v. Chr., eine der wenigen erhaltenen Großbronzen aus dem alten Ägypten. Der Sarg des Amenemope, Oberster Waffenträger Thutmosis’ I., gehört zu den frühesten Beispielen für den Typus der „schwarzen Särge“, die in der 18. Dynastie aufkamen. Schließlich vermittelt die Rekonstruktion der Kultkapelle des Gottes Thot im mittelägyptischen Tuna el-Gebel dem Besucher ein räumliches Erlebnis wie sonst nur in Ägypten selbst.
Das RPM besitzt daneben Schätze aus vielen anderen Kulturen der Welt. Aus dieser vielfältigen völkerkundlichen Abteilung zeigt das Museum derzeit kostbares „Chinesisches Porzellan“. Es wurde zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert für den kaiserlichen Hof und die hohe Beamtenschaft hergestellt und beeindruckt durch die Vielfalt an Farben und Motiven. Einblicke in die Kulturen Alt-Perus bietet eine weitere Präsentation mit reich verzierter Keramik und farbenprächtigenTextilien sowie Grabbeigaben aus Gold und Silber.
Darüber hinaus präsentiert das RPM regelmäßig Sonderausstellungen zu unter-schiedlichsten Themen aus Kunst und Kultur, so z.B. 2007/2008 „Maya – Könige aus dem Regenwald“ und 2010/2011 „Duckomenta – Welt Kultur (Enten-)Erbe“.
Ausstellung 20.4.-8.9.2013
Ausstellung 2013-04-20-2013-09-08

Die Macht der Toga. Mode im römischen WeltreichWer kennt sie nicht, die berühmte Redewendung„Kleider machen Leute“! Besonders traf das auf die alten Römer zu: Für sie spielte Kleidung eine besondere Rolle und durch sie zeigte ...