Radio-Aktivität

Städtische Galerie im Lenbachhaus
18.2.-23.8.2020

Luisenstraße 33
80333 München

www.lenbachhaus.de
www.lenbachhaus.de/au...hau/radio-aktivitaet/

Mi-So+Ft 10-18 Uhr
Di 10-20 Uhr

Zehn Jahre nach den ersten öffent­lichen Radio­sen­dun­gen war Brecht des­illu­sio­niert und schlug vor, den Rund­funk um­zu­funk­tio­nieren, von einem Distri­butions- in einen Kom­muni­kations­apparat zu ver­wandeln. Dieser sollte nicht nur aus­senden, sondern auch empfangen.

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Max Radler, Der Radiohörer, 1930
Radio-Aktivität :: Ausstellung
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„Es ist eine sehr schlechte Sache”, sagte Brecht 1932 über den Zustand des neuen Mediums Radio. „Man hatte plötzlich die Möglichkeit, allen alles zu sagen, aber man hatte, wenn man es sich überlegte, nichts zu sagen.”

Zehn Jahre nach den ersten öffentlichen Radiosendungen war Brecht desillusioniert und schlug vor, den Rundfunk umzufunktionieren, von einem Distributions- in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln. Dieser sollte nicht nur aussenden, sondern auch empfangen, die Zuhörer nicht nur zum Hören bringen, sondern sie zu Sprechern und Produzenten machen. Seine Überlegungen zu einem „Aufstand der Hörer” formulierte Brecht genau zu der Zeit, als das Radio in Deutschland verstaatlicht und zunehmend als Propagandainstrument instrumentalisiert wurde.

Ab dem Ende der 1960er Jahre wurde Brechts Radiotheorie heftig diskutiert. Der Grundgedanke seiner Kritik war weiterhin aktuell: Wer hat Deutungshoheit? Wer spricht und zu wem wird gesprochen? Die Utopie schrankenloser und herrschaftsfreier Kommunikation elektrisierte.