Die Neueinrichtung der Sammlung steht im Zeichen des Landesjubiläums 60 Jahre Baden-Württem-berg. Die Orangerie traditionell der Raum für die Präsentation der Sammlung der Moderne wird nun allein der Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart gewidmet. In keinem Bereich ist die Sammlung in den vergangenen Jahren so stark gewachsen wie in der Kunst dieser Epoche. Die Präsentation kann deshalb zahlreiche Neuerwerbungen erstmals zeigen.
Der Charakter der Sammlung wird auch in der Kunst der Jahre 1952 bis 2012 durch Malerei geprägt. Internationale Künstler der ausgehenden Moderne wie Fernand Leger, Asger Jorn, Ernst Wilhelm Nay und Lucio Fontana treten in Dialog mit den großen deutschen Malerpersönlichkeiten Georg Baselitz, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Markus Lüpertz und Günther Förg sowie den jüngeren Positionen von Pia Fries, Tatjana Doll und Martin Gerwers. Darüber hinaus spiegeln sich in der Werkauswahl die starke Verankerung des Museums in der Region und eine besondere Nähe zur hiesigen Kunstakade-mie. Deutlich wird die Tendenz, mit jüngeren Erwerbungen den Raum und andere Medien der zeitge-nössischen Kunst einzubeziehen, so in dem Werkensemble von Daniel Roth, in der Wandinstallation von Jacob Broder, in den gezeichneten Büchern von Helmut Dorner oder der monumentalen, Raum und Licht reflektierenden Scheibe von Vincent Tavenne.
Die Präsentation entfaltet sich als generationen- und medienübergreifendes Zusammenspiel, sodass überraschende Konstellationen entstehen und die Sammlung als dynamisches Gefüge erlebbar wird. Erstmals sind in zwei integrierten Graphikkabinetten wechselnde Ausstellungen aus den Beständen des Kupferstichkabinetts zu sehen. Den Abschluss des Rundgangs bildet die Arbeit Zeigen. Eine Audiotour durch Baden-Württemberg von Karin Sander. Sie vereint akustische Beiträge von annä-hernd 200 Künstlerinnen und Künstlern, die ihren Lebens- oder Arbeitschwerpunkt in diesem Land haben. In ihrer konzeptuellen Strenge bringt sie eine neue Facette ein und eröffnet Perspektiven für die zukünftige Entwicklung der Sammlung.
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