Das neue Naturkundemuseum wird völlig anders sein, als es die Bevölkerung in Erinnerung hat. Rund um einen Kern permanenter Themen ist ein dynamisches Museum geplant, ein Museum in Bewegung. Die Hälfte der verfügbaren Ausstellungsräume wird sich in einem kontinuierlichen Veränderungsprozess befinden, um durch immer wieder neue Themenstellungen die riesigen Sammlungsbestände bestmöglich nutzen zu können, aber auch auf neue Entwicklungen und die Gesellschaft beschäftigende Fragestellungen antworten zu können. Die Sammlungen sind das Kapital des Naturkundemuseums und damit der steirischen Bevölkerung. Dieses Kapital in immer wieder neuen Zusammenhängen und auf Grundlage im Hause betriebener wissenschaftlicher Forschung zu nutzen ist Aufgabe des neuen Museums. Bis zu drei kurzfristige bzw. mittelfristige Ausstellungen können gleichzeitig präsentiert werden.
Ein Fixpunkt der Neuaufstellung wird die „Hall of Fame” der steirischen Naturwissenschaften sein. Gezeigt werden die Leistungen berühmter historischer Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler, deren Schaffen die Basis für das Joanneum und die Naturkunde im Allgemeinen darstellt. Dazu gehört natürlich auch Erzherzog Johann, der Gründer des Joanneums und der naturwissenschaftlichen Forschung an dieser zweihundertjährigen Institution. Wie ein roter Faden werden sich interaktive Stationen für Kinder durch die gesamte Ausstellung ziehen. Diese Einrichtungen sollen vor allem auch Familien ein gemeinsames Erleben des Naturkundemuseums ermöglichen. Deshalb bleibt auch das historische Bergwerk erhalten, an das sich viele Steirerinnen und Steirer erinnern können. Die historische Präsentation der mineralogischen Schätze des Naturkundemuseums wird als geschichtliches Erbe ebenfalls bewahrt, erfährt aber eine Verbesserung der Beleuchtung und vor allem der Erschließung der Inhalte.
Für die traditionsreiche naturkundliche Forschungsarbeit des Joanneums wurde in Graz-Andritz in Verbindung mit den Sammlungsdepots, Restaurierungswerkstätten und Labors vor wenigen Monaten ein modernes naturwissenschaftliches Studienzentrum eingerichtet. Im Rahmen der Ausstellungen im Naturkundemuseum in der Raubergasse werden Forschungsergebnisse der Abteilungen Geologie und Paläontologie, Mineralogie, Zoologie und Botanik der Öffentlichkeit laufend präsentiert.
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