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Intern
Museum Wiesbaden Panorama (Ausschnitt).
Museum Wiesbaden 2. OG.
Haupteingang Museum Wiesbaden.
Eingangshalle Museum Wiesbaden.
Raumansicht Jawlensky.
Jawlensky Meditationen.
Raum Karl Schmidt-Rottluff.
Raum Eva Hesse.
Kabakov roter Waggon.
Museum Wiesbaden Vortragssaal.
Kinderführung.
Café Jawlensky.

Museum Wiesbaden

Wiesbaden

Ale­xej von Jaw­lensky, Deut­scher Exp­res­sio­nis­mus (Samm­lung Han­na Bek­ker vom Rath), Kon­struk­ti­ve Kunst, in­ter­na­tio­na­le Kunst seit 1960.

Museum Wiesbaden

Staatliches Museum des Landes Hessen

Alexej von Jawlensky

Der Werkkomplex um den Künstler Alexej von Jawlensky, der von 1921 bis zu seinem Tod 1941 in Wiesbaden lebte, bildet heute einen der großen Schwerpunkte im Museum Wiesbaden. Dies ist keineswegs selbstverständlich, da eine erste zu Lebzeiten des Künstlers aufgebaute Jawlensky-Sammlung zwischen 1933 und 1937 aufgrund der verheerenden Kulturpolitik der Nationalsozialisten völlig aufgelöst wurde. Alle Werke, die sich noch 1932 als Leihgabe oder Eigenbesitz im Museum Wiesbaden befanden – immerhin mehr als 20 Gemälde –, wurden an die Besitzer zurückgegeben bzw. 1937 beschlagnahmt und abtransportiert.

Die heutige Wiesbadener Jawlensky-Sammlung, die mit insgesamt über 100 Werken neben der des Norton Simon Museums in Pasadena (USA/Kalifornien) die umfangreichste zum Werk des Künstlers darstellt, konnte in den letzten 25 Jahren hinsichtlich Qualität und Werkauswahl zur bedeutendsten Sammlung weltweit ausgebaut werden. Alle Entwicklungsstufen des Künstlers – seine frühe Münchner Phase, der Murnauer und Schwabinger Aufbruch, die Schweizer Exilzeit sowie die wichtige Wiesbadener Periode – sind mit Hauptwerken vertreten. Hinzu kommt, dass im Museum Wiesbaden neben dem malerischen auch das graphische Werk äußerst facettenreich in hervorragender Qualität – u.a. Selbstporträts, Bildnisse und Landschaften – bewahrt wird.

Die letzte bedeutende Jawlensky-Erwerbung gelang mit dem Gemälde „Heilandsgesicht: Ruhendes Licht” (1921) anlässlich der Wiedereröffnung des Museumsmitteltraktes im Jahr 2006. Diese wurde möglich durch eine Verwaltungskooperation mit der Ernst von Siemens Kunststiftung sowie durch großzügige Zuschüsse der Kulturstiftung der Länder, der Hessischen Kulturstiftung, der Landeshauptstadt Wiesbaden, der Hessischen Landesbank, der SV Sparkassenversicherung Hessen-Naussau-Thüringen und der Naspa-Stiftung Initiative und Leistung.

Deutscher Expressionismus und die Sammlung Hanna Bekker vom Rath

Zusätzliches Gewicht erhält die Abteilung Klassische Moderne durch die Sammlung Hanna Bekker vom Rath, die im Jahr 1987 ans Haus gebunden werden konnte. Zu den bedeutenden Expressionisten Ernst Barlach, Lovis Corinth, Lyonel Feininger, Natalia Gontscharowa, Ernst Ludwig Kirchner, Paula Modersohn-Becker, Otto Mueller oder Emil Nolde kamen durch diese für das Museum wegweisende Erwerbung Ende der 1980er Jahre noch Hauptwerke von u.a. Willi Baumeister, Max Beckmann, Erich Heckel, Wassily Kandinsky, August Macke und Karl Schmidt-Rottluff hinzu.

Der Ankauf ist untrennbar verbunden mit dem Namen der Sammlerin und Kunsthändlerin Hanna Bekker vom Rath, die viele Künstler, deren Kunst während des Nazi-Regimes als „entartet” galt, im so genannten Blauen Haus (Hofheim im Taunus) beherbergte. Aus ihrem Nachlass erwarb der „Verein zur Förderung der Bildenden Kunst in Wiesbaden e.V.” insgesamt 30 Gemälde und Zeichnungen höchsten Ranges und stellte sie dem Museum Wiesbaden als testamentarisch und vertraglich verfügte Dauerleihgabe zur Verfügung.

Konstruktive Positionen

Dieser zweite Schwerpunkt der Abteilung Klassischen Moderne umfasst Werke von Ella Bergmann-Michel, Erich Buchholz, Walter Dexel, Adolf Fleischmann, Werner Graeff, Robert Michel, Laszlo Moholy-Nagy, François Morellet, Anton Stankowski und Friedrich Vordemberge-Gildewart.

Für die Geschichte der Moderne in der Wiesbadener Kunstsammlung sind die konstruktiven Positionen insofern von Bedeutung, als hier im Taunus 1927 der „ring neue werbegestalter” gegründet wurde. Von der nationalsozialistischen Kulturpolitik waren die Arbeiten dieser Künstler ebenso wie die der Expressionisten als „entartet” gebrandmarkt und aus den Museen entfernt worden.

Mit Werken von László Moholy-Nagy, Walter Dexel und Erich Buchholz wurde der Grundstein für einen Sammlungsschwerpunkt konstruktiver Kunst im Museum Wiesbaden bereits in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg gelegt. An die Wiesbadener Tradition der konstruktiven Positionen wurde – im Gegensatz zur Jawlensky-Sammlung – jedoch in den 1950er Jahren zunächst nur zögerlich angeknüpft. Erst in den 1990er Jahren glückte mit Hilfe der Schweizer Stiftung Vordemberge-Gildewart der Anschluß an die konstruktive Kunst der Zwischenkriegsjahre.

Ausschlaggebend hierfür war, dass dem Museum Wiesbaden im Jahr 1997 der Nachlass von Friedrich Vordemberge-Gildewart (1899-1962), dem in den 1920er Jahren von keinem geringeren als Theo van Doesburg die Mitgliedschaft in der De Stijl-Gruppe angeboten wurde, als Schenkung übereignet worden ist. Dieser umfasst neben den rund 50.000 Zeichnungen, typografischen Arbeiten, Studien und Gästebüchern von Vordemberge-Gildewart auch zahlreiche Skizzen, Fotos, Briefe und Archivalien von dessen Künstlerfreunden (u.a. Kurt Schwitters, Laszlo Moholy-Nagy, Theo van Doesburg). Dadurch ist das Museum zu einem der wichtigsten Orte dieser künstlerischen Strömung in Deutschland geworden.

Zur Wiedereröffnung des Mitteltraktes im Jahr 2006 wurden dem Museum Wiesbaden von Annely Juda Fine Art zehn Rekonstruktionen der frühen Reliefs von Wladimir Tatlin (um 1915) als Dauerleihgaben zur Verfügung gestellt. Dabei handelt es sich um Inkunabeln der russischen Avantgarde und der modernen Skulptur, die gerade in der unmittelbaren Nachbarschaft von Ilya Kabakovs raumgreifender Installation „Der rote Waggon” (1991) ihren sinnvollen Platz haben und somit nahtlos in die Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts überleiten.

Internationale Kunst seit den 1960er Jahren

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal verdankt das Museum Wiesbaden dem außergewöhnlichen Dialog zwischen der Wiesbadener und US-Amerikanischen Kulturszene seit den 1920er Jahren. Der Kontakt setzte ein, als das Werk von Jawlensky als Mitglied der sogenannten Blauen Vier (gemeinsam mit Feininger, Kandinsky und Klee) erfolgreich in den USA vorgestellt und vermarktet wurde. Maßgeblich beteiligt an dieser Transferleistung war die Kunstvermittlerin und Mäzenin Galka Scheyer.

Fortsetzung fanden diese kulturellen Beziehungen zwischen den USA und der Hessischen Landeshauptstadt nach dem Zweiten Weltkrieg, als das Museum Wiesbaden als Central Collecting Point der Amerikaner diente (s.o.) und dann wieder im Jahre 1962, als der in Wiesbaden stationierte amerikanische Presseoffizier George Maciunas im Vortragssaal des Museums das Festum Fluxorum Fluxus organisierte, eine Veranstaltungsreihe von 14 Konzerten, die für die Geschichte der Fluxusbewegung als zentraler Auslöser angesehen werden. Aus dieser Tradition und durch verschiedene weitere Kontakte wurde der Aufbau der zeitgenössischen Sammlung immer im Hinblick auf die kunsthistorische Wechselwirkung europäischer/russisch-europäischer und amerikanischer Kunst betrieben.

Heute gehören die Moderne nach 1945 und die zeitgenössische Kunst zu den profiliertesten Positionen des Hauses. Einsetzend mit internationalen Vertretern des Abstrakten Expressionismus reichen die Künstlernamen hier von K.O.Götz über Gerhard Hoeme bis Mark Rothko und Ad Reinhardt. Mit Werken von Georg Baselitz, Jörg Immendorf, Gerhard Richter sowie Arbeiten von Joseph Beuys, Nam June Paik, Wolf Vostell und Dieter Roth ist die deutsche Nachkriegskunst stark vertreten, allein mit 12 Arbeiten von Eva Hesse das Werk einer der bedeutendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Raum-Installationen von Jochen Gerz, Rebecca Horn und Ilya Kabakov, sowie Arbeiten der amerikanischen Minimal Art ergänzen den Bestand. In ähnlicher Weise, wie diese Künstler an die Konstruktiven Positionen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts anschließen, lässt sich mit Malern wie Otto Ritschl, Ulrich Erben und Raimund Girke, die vom Expressionismus begonnene Untersuchung der Farbe als Grundelement jeglicher Malerei verfolgen.

Das Interesse der Landeshauptstadt wie auch des Museums Wiesbaden an einer lebendigen Auseinandersetzung mit bedeutenden Strömungen internationaler Kunst drückt sich auch in dem Alexej von Jawlensky-Preis aus, der alle fünf Jahre in Erinnerungen an das Lebenswerk dieses großen russischen Malers vergeben wird. Mit der Auszeichnung verbunden sind ein Geldpreis, eine Ausstellung im Museum Wiesbaden und der Ankauf einer Arbeit. An der Stiftung des Preises beteiligt sind die Hessische Landeshauptstadt Wiesbaden, die Spielbank Wiesbaden und die Nassauische Sparkasse. Durch die Stiftung des Preises signalisieren die drei Träger-Institutionen, dass sie die Impulse, die von Alexej von Jawlensky auf das kulturelle Leben unserer Stadt ausgegangen sind, als Verpflichtung und als Maßstab betrachten.

Erstmals erhielt ihn 1991 die amerikanische Malerin Agnes Martin. 1996 wählte die international besetzt Jury den amerikanischen Maler Robert Mangold zum zweiten Preisträger. Dritter Preisträger wurde im Jahre 2003 der amerikanische Maler Brice Marden, der den Preis im Jahre 2004 anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Jawlensky: Meine liebe Galka!” erhielt (Ausstellung im Jahr 2008). 2007 wurde der Alexej von Jawlensky-Preis zum vierten Mal vergeben, diesmal an die mehrfache documenta-Teilnehmerin Rebecca Horn. Zur Preisverleihung am 17. März 2007 wurde diesmal nicht nur die mit dem Preis verbundene Ausstellung eröffnet, sondern auch die Spiegelinstallation „Jupiter im Oktogon” eingeweiht.

Als nächstes erhält der amerikanische Künstler Ellsworth Kelly den Jawlensky-Preis für sein Lebenswerk. Die Auszeichnung für herausragende Leistungen im Bereich der bildenden Kunst wird verliehen im Rahmen der Eröffnung der Preisträger-Ausstellung im Jahr 2012 im Museum Wiesbaden.

Das Museum in Zahlen und Daten

Nach Abschluss der Baumaßnahmen werden dem Museum 7000 Quadratmeter Ausstellungsfläche für die Kunst vom 12. bis 21. Jahrhundert sowie für die Naturkundliche Sammlung zur Verfügung stehen.

Das ist einzigartig

Die Gründung der Wiesbadener Museumssammlungen verdankt sich bürgerlichem Engagement des frühen 19. Jahrhunderts. Der Grundstock der Sammlungen geht auf die bis in das 18. Jahrhundert zurückreichende Sammlertätigkeit des Privatsammlers Johann Isaac Freiherr von Gerning zurück. Einer Anregung des in Wiesbaden zur Kur weilenden Johann Wolfgang von Goethe folgend, wurden die Kunstwerke, Altertümer und Naturalien von Gernings vom Staat Nassau erworben und zunächst im Palais des Nassauischen Erbprinzen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In der Folge bildeten sich drei Museen, deren Träger der Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung, der Nassauische Verein für Naturkunde und der Nassauische Kunstverein waren. Im Jahre 1900 gingen sie in städtisches Eigentum über. Zwischen 1912 und 1920 entstand ein Neubau nach Plänen des Architekten Theodor Fischer. In der Konzeption des Fischer-Baus war die Hälfte der Gemäldegalerie für die Durchführung wechselnder Ausstellungen vorgesehen. In den 1920er und frühen 1930er Jahren entwickelte der Nassauische Kunstverein dort eine rege Ausstellungstätigkeit. Auch wurden mit Hilfe Wiesbadener Bürger wichtige Sammlungsergänzungen im Bereich der Klassischen Moderne vorgenommen. Als Dauerleihgabe gehörten dazu auch zahlreiche Gemälde des Wiesbadener Sammlers Heinrich Kirchhoff.

Nach Machtergreifung der Nationalsozialisten kamen alle Gemälde aus dem Umfeld des Expressionismus (z.B. Jawlensky, Klee) und der konstruktiven Positionen zunächst ins Depot des Museums, 1937 wurden die Arbeiten abtransportiert ins zentrale Sammellager nach Potsdam. Der Sammler Heinrich Kirchhoff musste seine Dauerleihgaben zurücknehmen. Von 1935 bis 1945 war Hermann Voss Direktor des Museums. Unter seiner Leitung wurden über 200 Werke erworben, darunter auch hochkarätige Barockgemälde.

Ab 1943 war Voss parallel Sonderbeauftragter für das Führermuseum in Linz. Seine Erwerbungen werden derzeit auf ihre rechtmäßige Provenienz hin untersucht. Dabei hat sich herausgestellt, dass zahlreiche Gemälde unrechtmäßig aus jüdischem Besitz in das Museum gelangten.

Nach Kriegsende wurde das Museum Wiesbaden zum „Central Collecting Point” der Amerikaner. Nachdem die hier vorübergehend eingelagerten Kunstschätze - darunter die Büste der Nofretete und Rembrandts Mann mit dem Goldhelm - wieder an ihre Besitzer zurückgegeben worden waren, begann in den 1950er und 1960er Jahren mit sparsamsten Mitteln eine Phase der Wiedereinrichtung der Sammlungen. In diese Zeit fällt auch der beginnende Aufbau der heute wertvollsten und bedeutendsten Sammlung des Hauses - der Jawlensky-Sammlung - durch den damaligen Museumsdirektor Clemens Weiler.

Im Jahre 1973 wurde das Museum Wiesbaden dem Land Hessen übereignet.

Die ursprünglich selbständigen drei Museen wurden dabei organisatorisch zu drei Museumsabteilungen. Inzwischen sehen Planungen der Landeshauptstadt Wiesbaden die Gründung eines Stadtmuseums vor. In diesem Zusammenhang wurde die Sammlung Nassauischer Altertümer im Frühjahr 2010 in städtische Trägerschaft rückgeführt. Den heutigen beiden Museumsabteilungen, der Kunstsammlung und der Naturwissenschaftliche Sammlung, werden nach Abschluss der Baumaßnahmen 7000 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung stehen.

Museum des Jahres 2007

2007 wurde das Museum von der deutschen Sektion der AICA als „Museum des Jahres” für seine Ausstellungstätigkeit und seine Sammlungsaktivität im Bereich moderner Kunst ausgezeichnet. Diese Auszeichnung verdankt das Haus der mit der Sanierung einhergehenden Schärfung des Sammlungsprofils innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte auf drei Schwerpunkte: Jawlensky-Sammlung nebst Umfeld, konstruktive Positionen im Umfeld von Friedrich Vordemberge-Gildewart und die sogenannte Stille Avantgarde seit den 1960er Jahren.

Für wen dieses Museum interessant ist:

Für jeden, der sich für Kunst begeistern kann.

Shop

Restaurant

Location

Hinweis: Geschlossen 1.1., 1.5., 24., 25. und 31.12.

Ausstellung 8.5.-31.12.2013

Ausstellung 2013-05-08-2013-12-31
Wiesbaden: Ästhetik der Natur

Die Aus­stellung schlägt mit ihren vier Themen­räumen „Form“, „Farbe“, „Bewegung“ und „Zeit“ eine Brücke zwischen Kunst und Natur. Das Be­ob­ach­ten und Be­schrei­ben der Natur steht dabei im Mittel...

Ausstellung 25.11.2012-26.5.2013Nichts – und alles
Nichts – und alles. Aus dem Museums­bestand sind die be­deu­tend­sten Ar­beiten der unter­schied­lichen Werk­gruppen des Künst...
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