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Museum Quintana

Künzing

Museum Quin­tana im Land­kreis Deggen­dorf: So wird Besiedelungs­geschichte zu einem unter­halt­samen Erlebnis.

Außenansicht vom Museum Quintana in Künzing. Künzing gilt als ältester Ort im Landkreis Deggendorf. Das Museum bietet anhand zahlreicher Fundstücke eine faszinierende Zeitreise durch 7000 Jahre ununterbrochener Besiedelungsgeschichte. Foto: Museum Quintana.
Außenansicht vom Museum Quintana in Künzing. Künzing gilt als ältester Ort im Landkreis Deggendorf. Das Museum bietet anhand zahlreicher Fundstücke eine faszinierende Zeitreise durch 7000 Jahre ununterbrochener Besiedelungsgeschichte.
Bronze- und eisenzeitliche Funde in der Abteilung stammen zum großen Teil aus einem über mehr als 500 Jahre belegten Gräberfeld. Aus dem Siedlungsbereich lässt sich ein Gewichtswebstuhl nachweisen, der im Museum rekonstruiert wurde. Foto: Museum Quintana.
Bronze- und eisenzeitliche Funde in der Abteilung stammen zum großen Teil aus einem über mehr als 500 Jahre belegten Gräberfeld. Aus dem Siedlungsbereich lässt sich ein Gewichtswebstuhl nachweisen, der im Museum rekonstruiert wurde.
Einblick Römerabteilung: Neben den bedeutenden Hortfunden aus dem römischen Kastell sind in der Römerabteilung zahlreiche Funde aus der römischen Zivilsiedlung zu sehen, die das Alltagleben in der römischen Provinz illustrieren. Foto: Museum Quintana.
Einblick Römerabteilung: Neben den bedeutenden Hortfunden aus dem römischen Kastell sind in der Römerabteilung zahlreiche Funde aus der römischen Zivilsiedlung zu sehen, die das Alltagleben in der römischen Provinz illustrieren.
Bei Bauarbeiten wurde in Künzing eine guterhaltene Lochtenne entdeckt, die Teil eines keltischen Töpferofens war. Die Originaltenne wurde im Block geborgen und im Museum in einen Nachbau eines solchen aus Lehm errichteten Brennofens integriert. Foto: Museum Quintana.
Bei Bauarbeiten wurde in Künzing eine guterhaltene Lochtenne entdeckt, die Teil eines keltischen Töpferofens war. Die Originaltenne wurde im Block geborgen und im Museum in einen Nachbau eines solchen aus Lehm errichteten Brennofens integriert.
Um 260 n. Chr. wurde das römische Kastell von den von Norden her über die Donau einfallenden Alemannen zerstört. Überlebende vergruben wertvolle Metallgegenstände, um sie vor Plünderungen zu schützen. Foto: Museum Quintana.
Um 260 n. Chr. wurde das römische Kastell von den von Norden her über die Donau einfallenden Alemannen zerstört. Überlebende vergruben wertvolle Metallgegenstände, um sie vor Plünderungen zu schützen.
Transportamphoren aus der römischen Zivilsiedlung: In diesen Gefäßen gelangte Olivenöl bis ins römische Künzing. Sie belegen, dass der Ort am weltweite Handelssystem des römischen Reiches Teil hatte. Das Olivenöl stammte aus Südspanien. Foto: Museum Quintana.
Transportamphoren aus der römischen Zivilsiedlung:  In diesen Gefäßen gelangte Olivenöl bis ins römische Künzing. Sie belegen, dass der Ort am weltweite Handelssystem des römischen Reiches Teil hatte. Das Olivenöl stammte aus Südspanien.
Mit 82 kg Gesamtgewicht ist der Eisenhortfund von Künzing der größte nördlich der Alpen entdeckte. Er wurde mitten im Kastell ausgegraben und besteht wahrscheinlich aus dem Inhalt der Waffenkammern des Stabsgebäudes. Foto: Museum Quintana.
Mit 82 kg Gesamtgewicht ist der Eisenhortfund von Künzing der größte nördlich der Alpen entdeckte. Er wurde mitten im Kastell ausgegraben und besteht wahrscheinlich aus dem Inhalt der Waffenkammern des Stabsgebäudes.
1998 kamen in Künzing Befunde eines römischen Heiligtums für den Gott Mithras zu Tage. Der Kult war besonders bei Soldaten beliebt, da er ein Leben nach dem Tod versprach. Foto: Museum Quintana.
1998 kamen in Künzing Befunde eines römischen Heiligtums für den Gott Mithras zu Tage. Der Kult war besonders bei Soldaten beliebt, da er ein Leben nach dem Tod versprach.
Die getriebene Bronzeplatte war Teil der Pferderüstung. Sie schützte die Stirn des Pferdes. Die aufwändig verzierten Rüstungsteile wurden bei festlichen Reiterparaden getragen. Diese Rossstirn ziert ein Bild des Kriegsgott Mars. Foto: Museum Quintana.
Die getriebene Bronzeplatte war Teil der Pferderüstung. Sie schützte die Stirn des Pferdes. Die aufwändig verzierten Rüstungsteile wurden bei festlichen Reiterparaden getragen. Diese Rossstirn ziert ein Bild des Kriegsgott Mars.
Die Kreisgrabenanlage von Unternberg: Neben der jungsteinzeitlichen Siedlung von Künzing wurde als zentraler Kult- oder Kalenderbau eine gewaltige Kreisgrabenanlage errichtet. Sie zählt zu den bedeutendsten Bodendenkmälern Süddeutschlands. Foto: Museum Quintana.
Die Kreisgrabenanlage von Unternberg: Neben der jungsteinzeitlichen Siedlung von Künzing wurde als zentraler Kult- oder Kalenderbau eine gewaltige Kreisgrabenanlage errichtet. Sie zählt zu den bedeutendsten Bodendenkmälern Süddeutschlands.
ArchäologiemuseumKünzing
Karte

Osterhofener Straße 294550 Künzing

Tel. 08549-973112museum@kuenzing.de

Museumsleitung:Dr. Eva Bayer-Niemeier

Mai bis September:  Di-So 10-17 UhrÜbrige Zeit:  Di-So 10-16 Uhr

www.museum-quintana.dewww.museen-in-ba...s/museum.php?520

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Museum Quintana

Archäologie in Künzing

Künzing gilt als ältester Ort im Landkreis Deggendorf. Das Museum Quintana veranschaulicht Entdeckungen und Funde der nunmehr 125 Jahre währenden Forschungen in Künzing in einer modernen Präsentation mit lebendigen Inszenierungen und vielen Modellen. Der Museumsrundgang bietet eine Zeitreise durch 7000 Jahre ununterbrochener Besiedelungsgeschichte. Anschaulich und kurzweilig entsteht an Hand der Fundstücke das Leben in der Vergangenheit vor den Augen des Besuchers.

Als attraktiven Siedlungsplatz aber haben Menschen den Ort schon vor 7000 Jahren entdeckt: In einer ersten Siedlung beginnt hier die bäuerliche Landwirtschaft im Donautal. Neben dem kleinen Dorf wurde als zentraler Kult- oder Kalenderbau eine gewaltige Kreisgrabenanlage errichtet. Sie zählt zu den bedeutendsten Bodendenkmälern Süddeutschlands. Das für seine Zeit, die erste Hälfte des 5. Jahrtausends v. Chr., monumentale Bauwerk stellt ein Denkmal von europäischem Rang dar. Seine Entstehung liegt weit vor dem berühmten Steinkreis von Stonehenge!

In einem großflächigen Modell werden die erstaunlichen Dimensionen dieses Großprojekts der Steinzeit deutlich. Die Anlage hatte einen Außendurchmesser von 110 Metern. Für den Bau sämtlicher Gräben mussten insgesamt 12.000 m3 Erde ausgehoben werden. Die Palisaden im Innenraum der Kreisgrabenanlage und die Torbauten an den Zugängen erforderten 2100 Balken bzw. Rundhölzer von 5,5 m Länge. Vier Eingänge, die um 30o im Uhrzeigersinn gegen die Haupthimmeslrichtungen gedreht sind, führten über Erdbrücken in den runden Innenraum.

Das zu 80% aus den Spitzgräben stammende, ungewöhnlich reiche Fundmaterial ist in einer repräsentativen Auswahl in der Abteilung ausgestellt und vermittelt einen umfassenden Eindruck jungsteinzeitlicher Geräte und Techniken..

Die Frage nach der Funktion der Kreisgrabenanlagen ist noch nicht abschließend geklärt. Es kann sich um einen profanen oder religiösen Versammlungsplatz gehandelt haben, wobei gerne auf die Möglichkeit verwiesen wird, Himmelsbeobachtungen vorzunehmen. Das Modell der Anlage im Museum Quintana stellt die Interpretation als Kalenderbau in den Vordergrund: Eine Peilung durch das nordwestliche und das südöstliche Tor der Kreisgrabenanlage soll den Punkt am Horizont erfassen, an dem die Sonne bei ihrem Aufgang am 21. Dezember, der Wintersonnenwende, erscheint.

Bekannter als die vorgeschichtlichen Denkmäler ist die römische Geschichte des Ortes Künzing, dessen heutiger Ortsname auf das vor 2000 Jahren an dieser Stelle erbaute römische Kastell Quintanis zurückgeht. Es war Teil des sogenannten „nassen Limes“, der römischen Grenzsicherung entlang der Donau, die den gebauten Grenzwall „Limes“ nach Osten fortsetzte. Das in den 1960er Jahren ausgegrabene Hilfstruppenkastell galt lange Zeit als der am besten erforschte römische Kastell nördlich der Alpen.

Um 90 n. Chr. baute die erste Truppe, eine vom Schwarzen Meer nach Niederbayern versetzte Kohorte mit 360 Fußsoldaten und 120 Reitern, das Kastell auf. Es wurde in den etwa 170 Jahren seines Bestehens dreimal erneuert, ohne dass sich seine Grundfläche veränderte.
Auffälligste Veränderung ist um 150 n.Chr. das Ersetzen der Holz-Erde-Umwehrung durch eine Steinmauer und die Außensicherung mit fünf vorgelagerten Gräben.

260 n. Chr. wurde die Anlage durch einfallende Alemannen vollkommen zerstört. Von diesem einschneidenden Ereignis zeugt der größte nördlich der Alpen entdeckte Eisenhortfund, aber auch der berühmte Künzinger Römerschatz. Beides ist im Museum neben zahlreichen weiteren Fundstücken aus Kastell und Lagerdorf zu bewundern.

Berühmt wurde Künzing in jüngster Zeit durch die sensationellen Funde aus dem zivilen Lagerdorf: 1998 wurde dort ein Heiligtum des orientalischen Gottes Mithras ausgegraben. Den Raumeindruck dieses Mithräums macht ein kleiner Einbau in der Römerabteilung erlebbar, in dem auch die bedeutenden Funde ausgestellt sind. 2003 schließlich machte Künzing mit der Entdeckung eines hölzernen Amphitheaters Schlagzeilen. Dieser Bau, in dem bis zu 600 Zuschauer Platz fanden, ist ein wichtiger Puzzlestein für unser Bild römischen Alltagslebens an einem kleinen Truppenstandort in der nördlichen Provinz. Ist es vorstellbar, dass auch hier Gladiatorenkämpfe stattfanden wie in der Hauptstadt Rom? Tatsächlich scheint dieser Bau einen wichtigen Faktor in der Truppenbetreuung und im Bemühen um die Verbreitung der römischen Kultur in der Provinz darzustellen.

Einen Neuaufbau des Kastells im ausgehenden 3. Jahrhundert nach seiner Zerstörung durch die Alemannen belegt die berühmte „Lebensbeschreibung des Heiligen Severin“, die vom Besuch des Heiligen im Künzing des 5. Jahrhunderts berichtet. Reste dieses spätantiken Baus konnten jedoch bis heute nicht gefunden werden. Kostbare Funde aus spätantiken Gräbern belegen aber, dass Künzing auch in der Spätantike noch römisches Herrschaftsgebiet war.

Funde aus einem bajuwarischen Gräberfeld des 6. – 8. Jahrhunderts belegen schließlich nach dem Ende des römischen Reiches den Beginn einer bajuwarischen Besiedlung.
Hinweis: Pfingstsonntag und Pfingstmontag geöffnet!
Ausstellung 20.4.-4.11.2012Statussymbol Wagen
Statussymbol Wagen

Wo be­ginnt dieses moderne Phäno­men? Stellt der Besitz eines …beson­deren Wagens“ schon in der Vor­ge­schichte einen beson­deren so­zialen Rang dar?

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