
Mörike-Kabinett
Im erneuerten Stadtmuseum Fellbach erhält der Dichter Eduard Mörike einen Ehrenplatz. Mit einem dreiteiligen Mörike-Kabinett wird Fellbach somit zu einer festen Größe und Sehenswürdigkeit auf der Karte des Literaturlands Baden-Württemberg. Die biografische Basis ist schmal: nur zwei Monate vom 11. September bis 16. November 1873 lebte Mörike mit seiner Schwester Clara und der jüngeren Tochter Marie in einem hübschen, ganz am äußersten Ende des Dorfs gegen Cannstatt zu gelegenen Haus, von dem heute nur noch der Keller erhalten ist. Ein schweres eheliches Zerwürfnis, das bis zu Mörikes Tod im Juni 1875 andauern sollte, hatte ihn aus der gemeinsamen Wohnung in Stuttgart vertrieben und schließlich nach Fellbach geführt, das er wegen der Weitläufigkeit des Hauses und schwachen Konstitution seiner 16-jährigen Tochter bald wieder verlassen musste. Fellbach verlassen, bitter ungern wir alle Drei! Aber die Sorge wegen der Gesundheit des Kindes (...) lässt uns keine andere Wahl.
Vom Foyer aus, das die Prosa der späten Jahre schildert, betritt der Besucher Mörikes Erinnerungskosmos. Der Raum zum Thema Mörike und die Frauen bildet das Herzstück der Ausstellung. Obwohl (oder weil) Mörike im Leben mitnichten ein Don Juan war, hat er die schönsten Liebesgedichte deutscher Sprache verfasst. Auch stammen ungewöhnlich viele Rollengedichte aus weiblicher Perspektive von ihm. In Szene gesetzt wird hier das Beziehungsgeflecht, in dem Mörike sich bewegte, durch eine umlaufende Frauengalerie mit Originalporträts von Frauen, mit denen Mörike verbunden war. Durch den verfremdenden Einsatz von Mörike-Zeichnungen und die Beigabe von Gedichten wird vorgeführt, in welcher Weise Mörike biografische Erfahrungen ästhetisch überhöhte oder verfremdete. Der atmosphärisch dichte Raum enthält zudem eine Hörstation, ein sogenanntes Liebesalphabet. Hier kann der Besucher alphabetisch angeordnete Gedichte zum Thema Liebe und Frauen auswählen.
Seit 1991 vergibt die Stadt Fellbach alle drei Jahre den Mörike-Preis für herausragendes literarisches Schaffen. Preisträger waren Wolf Biermann, Sigrid Damm, W. G. Sebald, Robert Schindel, Brigitte Kronauer, Michael Krüger und Ernst Augustin. Durch den Preis, die Reihe hochrangiger Preisträger und die mit der Preisvergabe verknüpfte kontinuierliche Beschäftigung mit dem Namensgeber des Preises hat sich die Stadt den Ruf einer Mörike-Stadt recht eigentlich verdient und die Basis für die Erinnerungsstätte geschaffen.
Das 3. Kapitel der Ausstellung ist den Mörike-Preisträgern gewidmet. Sie werden in einer Galerie mit Original-Porträts vorgestellt, ergänzt um Autografen und Gegenstände. In einer Hörstation sind die Reden der Preisträger auf Mörike von ihnen selbst gesprochen zu hören, wodurch der Blick aus heutiger Sicht zurück auf Mörike fällt. Zusätzliche Informationen zu den Preisträgern und den Förderpreisträgern werden in einer interaktiven Monitor-Präsentation gegeben. Alle verfügbaren Werke der Preisträger stehen in einer Handbibliothek bereit.
Die Mörike-Gedenkstätte in Fellbach dient der Erinnerung an den bedeutenden Dichter und regt zur Beschäftigung mit dessen Werk an. Sie verbindet traditionelle Werte zahlreiche Originalexponate aus Marbach mit aktuellen medialen Vermittlungsformen. Damit erweitert und ergänzt sie das Arbeitsfeld anderer Mörike-Gedenkstätten im Land.
Vom Foyer aus, das die Prosa der späten Jahre schildert, betritt der Besucher Mörikes Erinnerungskosmos. Der Raum zum Thema Mörike und die Frauen bildet das Herzstück der Ausstellung. Obwohl (oder weil) Mörike im Leben mitnichten ein Don Juan war, hat er die schönsten Liebesgedichte deutscher Sprache verfasst. Auch stammen ungewöhnlich viele Rollengedichte aus weiblicher Perspektive von ihm. In Szene gesetzt wird hier das Beziehungsgeflecht, in dem Mörike sich bewegte, durch eine umlaufende Frauengalerie mit Originalporträts von Frauen, mit denen Mörike verbunden war. Durch den verfremdenden Einsatz von Mörike-Zeichnungen und die Beigabe von Gedichten wird vorgeführt, in welcher Weise Mörike biografische Erfahrungen ästhetisch überhöhte oder verfremdete. Der atmosphärisch dichte Raum enthält zudem eine Hörstation, ein sogenanntes Liebesalphabet. Hier kann der Besucher alphabetisch angeordnete Gedichte zum Thema Liebe und Frauen auswählen.
Seit 1991 vergibt die Stadt Fellbach alle drei Jahre den Mörike-Preis für herausragendes literarisches Schaffen. Preisträger waren Wolf Biermann, Sigrid Damm, W. G. Sebald, Robert Schindel, Brigitte Kronauer, Michael Krüger und Ernst Augustin. Durch den Preis, die Reihe hochrangiger Preisträger und die mit der Preisvergabe verknüpfte kontinuierliche Beschäftigung mit dem Namensgeber des Preises hat sich die Stadt den Ruf einer Mörike-Stadt recht eigentlich verdient und die Basis für die Erinnerungsstätte geschaffen.
Das 3. Kapitel der Ausstellung ist den Mörike-Preisträgern gewidmet. Sie werden in einer Galerie mit Original-Porträts vorgestellt, ergänzt um Autografen und Gegenstände. In einer Hörstation sind die Reden der Preisträger auf Mörike von ihnen selbst gesprochen zu hören, wodurch der Blick aus heutiger Sicht zurück auf Mörike fällt. Zusätzliche Informationen zu den Preisträgern und den Förderpreisträgern werden in einer interaktiven Monitor-Präsentation gegeben. Alle verfügbaren Werke der Preisträger stehen in einer Handbibliothek bereit.
Die Mörike-Gedenkstätte in Fellbach dient der Erinnerung an den bedeutenden Dichter und regt zur Beschäftigung mit dessen Werk an. Sie verbindet traditionelle Werte zahlreiche Originalexponate aus Marbach mit aktuellen medialen Vermittlungsformen. Damit erweitert und ergänzt sie das Arbeitsfeld anderer Mörike-Gedenkstätten im Land.
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