
EL-DE-HausAppellhofplatz 23-2550667 Köln
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Di-Fr 10-18 UhrSa-So 11-18 Uhr
Kölle Alaaf unterm Hakenkreuz
Karneval zwischen Unterhaltung und Propaganda
Erstmals bietet das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln ab 18. November 2011 in einer Ausstellung einen differenzierten Blick auf die Entwicklungen des Kölner Karnevals von 1933 bis 1945. Der Besucher erfährt den schönen Schein einer fröhlichen feiernden Bevölkerung und er schaut sprichwörtlich hinter die Kulissen, um die Wirklichkeit hinter dem schönen Schein zu entdecken. Ganz so wie im Karneval selbst, werden dabei alle Sinne angesprochen, dem Besucher werden Tonaufnahmen (Original wie nachgesprochen) und seltene Filmsequenzen, zahlreiche Fotografien aus Privatarchiven und einzigartige Ausstellungsobjekte präsentiert.
Die Ausstellung zeigt, dass sich der Karneval auf den ersten Blick kaum änderte, tatsächlich wurde er aber gleichgeschaltet und instrumentalisiert.
Der erste Bereich thematisiert die Karnevalsgesellschaften und ihre Gleichschaltung. Es gab eine enge personelle Verschränkung von Karnevalisten und Angehörigen der NS-Organisation Kraft durch Freude, der SA, der kommunalen Behörden und Parteistellen. Die lokalen nationalsozialistischen Parteifunktionäre und Amtsträger bauten den Karneval zur Unterhaltung der Massen als wichtige Voraussetzung zur Herrschaftsstabilisierung wie auch zur Förderung von Tourismus und Wirtschaft aus.
Der zweite Themenbereich umfasst die Rosenmontagszüge, der dritte die karnevalistischen Saalveranstaltungen. Hier wird die ganze Bandbreite von harmloser Unterhaltung bis zur NS-ideologisch aufgeladenen Propaganda präsentiert. Insbesondere ab 1936 wurden in Motivwagen der Rosenmontagszüge, in Büttenreden und in Liedern politische, ideologische und antisemitische Vorstellungen des Regimes propagiert. Nur in seltenen Fällen waren im Karneval Regime-kritische Töne zu hören.
Im Bereich des Sitzungskarnevals werden Ausschnitte von der ersten Prinzenproklamation von 1936 gezeigt. An Audio-Stationen werden zeitgenössische Lieder präsentiert ebenso wie Büttenreden, ob politisch, unterhaltend oder regime-kritisch.
Im vierten Bereich stehen die Biographien von drei Karnevalisten im Mittelpunkt: der Kölner Mundartdichter Willi Ostermann, der bedeutende Lieder für den Karneval schrieb; Hans Tobar, Conférencier und Autor zahlreicher Heimatrevuen, erhielt als Jude Auftrittverbot und emigrierte 1939 in die USA und schließlich Karl Küpper, der sich als einziger konsequent einer Zensur widersetzte und schließlich ins Visier der Gestapo geriet.
Ort der Ausstellung:
EL-DE-Haus, KölnWebmuseen Service
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