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Intern
AusstellungBonn, 12.7.2011 bis 29.2.2012
Karte

Kunstmuseum BonnFriedrich-Ebert-Allee 253113 Bonn

www.kunstmuseum-bonn.de

Di, Do-So 11-18 UhrMi 11-21 Uhr

Heinrich Campendonk

Reihe Rheinische Expressionisten

Im Kreis der Rheinischen Expressionisten ist Heinrich Campendonk einer der eigenständigsten Künstler gewesen. Die engen Verbindungen, die er wie August Macke zum Blauen Reiter hatte, waren für ihn biografisch und stilistisch allerdings wichtiger als die wenigen konkreten Berührungspunkte mit der rheinischen Avantgarde. Künstlerische Aspekte, die Freundschaft mit August und Helmuth Macke und Heinrich Nauen sowie seine Teilnahme an der Ausstellung Rheinischer Expressionisten in Bonn 1913 rechtfertigen aber die Zuordnung zum Rheinischen Expressionismus.

Campendonks Weg begann an der Kunstgewerbeschule in Krefeld. Hier wurde ihm auch das Werk von van Gogh vermittelt, dessen lodernde Farbsprache Campendonks frühe Bilder prägt. Den entscheidenden Schritt machte seine Kunst mit dem Umzug nach Sindelsdorf in die Nähe von Franz Marc und der Auseinandersetzung mit den Künstlern des Blauen Reiters. Ein eigenwilliges Intermezzo in dieser Entwicklung ist die Pferdekomposition aus einer Bildreihe von 1912, die sich eng an Formmodelle des Kubismus anlehnt, ohne die entsprechenden Motive zu übernehmen. In der Gouache Gelb-weiße Kuh vor Häusern kehrte Campendonk zu einer Rhythmik klarer Farben zurück, die die statische Bildgliederung in Bewegung versetzt. Wie August Macke und Franz Marc hat Campendonk nicht nur die Ergebnisse des Kubismus, sondern auch des Futurismus und vor allem der Farblichtmalerei Delaunays wahrgenommen. Die häufige Darstellung des Tiers verbindet ihn besonders mit der Kunst Marcs.

Das Gemälde Junges Paar am Tisch (Stillleben mit zwei Köpfen) von 1914, ein Selbstbildnis Campendonks mit seiner Frau Adda, zeigt die eigene Qualität seiner Kunst. Gegenüber den Bildern Mackes kühler in der Farbigkeit und härter in der Form scheinen die Dinge frei im Raum verteilt und sind doch zugleich in einen überlegten Bildaufbau eingebunden. In den folgenden Jahren wurde diese konstruktive Sperrigkeit mehr und mehr von einer weichen, fließenden und ruhigen Darstellungsweise abgelöst.

Bis zu seinen späten monumentalen Glasfenstern blieb Campendonk der Künstler, der die Ideen des Blauen Reiters weiter trug, indem er nach der Möglichkeit fragte, im Bild eine übergeordnete, von inneren, geistigen Kräften bestimmte Wirklichkeit sichtbar zu machen.
Ort der Ausstellung:
Kunstmuseum Bonn
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