Hannes Kilian

Foto|grafien

Kunstgebäude am Schlossplatz
12.2.-29.4.2012

Schloßplatz 2
70173 Stuttgart

www.wkv-stuttgart.de

Di, Do-So 11-18 Uhr
Mi 11-20 Uhr

Die rund 360 Bilder, überwiegend Original-Abzüge aus seinem Atelier, decken die gesamte künstlerische Breite seines Foto­schaffens ab.

Hannes Kilian :: Ausstellung
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Die Fotografien von Hannes Kilian (1909 bis 1999) sind im Gedächtnis geblieben. Immer wieder werden die beiden großen Werkkomplexe, die Aufnahmen der zerstörten Großstadt Stuttgart und die grandiosen Ballettbilder, in Büchern und Zeitschriften veröffentlicht.

Eine Einzelausstellung im Haus der Geschichte, das heute Kilians fotografischen Nachlass beherbergt, widmete sich 2004 ausgewählten Bildreportagen, den "Bildergeschichten" des Stuttgarter Künstlers. Erstmals zeigt das Haus der Geschichte Baden-Württemberg nun im Kunstgebäude am Schlossplatz den "ganzen" Kilian. Die rund 360 Bilder, überwiegend Original-Abzüge aus seinem Atelier, decken die gesamte künstlerische Breite seines Fotoschaffens ab. Basis des aktuellen Projektes ist eine von Klaus Honnef betreute Kilian-Ausstellung, die 2009 in Berlin zu sehen war.

Das Kriegserlebnis als Zäsur

1941 wurde Hannes Kilian zur Wehrmacht eingezogen und fotografierte in einer Propagandakompanie den Russlandfeldzug. Noch im gleichen Jahr wurde er bei Kämpfen schwer verwundet. Als Kriegsversehrter kehrte er nach Stuttgart zurück. Die Zäsur des Kriegserlebnisses wird in den Bildern, die nach seiner Genesung entstanden, unmittelbar anschaulich. Sie zeigen Tod und Elend der Stuttgarter Zivilbevölkerung im Krieg. Der geradezu forensische Blick auf die Welt der Verwüstung verkehrt sich auch nach Kriegsende 1945 erst allmählich zu einer neuen Anteilnahme am Leben der Menschen. Die „Frontstadt“ Berlin zeigen Hannes Kilians Fotografien 1949 noch immer als Ort eines Untergangs, vielleicht auch eines Untergangs eigener Träume und Hoffnungen.

Erst Mitte der 1950er Jahre stellte Kilian diesen Bildern einen neuen Aufbruch vor allem im Kulturschaffen gegenüber. Seine Porträts von Thomas Mann, Erich Kästner, Carl Orff, Willi Baumeister oder Otto Dix stehen für einen Neubeginn im Zeichen der klassischen Moderne. Bald knüpfte er auch wieder an seine Reisebilder der 1930er Jahre an. Reportagen über das Ruhrgebiet ebenso wie die Impressionen aus Neapel, Spanien, Syrien und Amerika gehören zu den schönsten Bildeindrücken seines Werkes.