Ein Panzer gegen die hässliche Zeit

Hesses „Glasperlenspiel” im „Dritten Reich”

Hesse Museum Gaienhofen
17.3.-15.9.2019

Kapellenstraße 8
78343 Gaienhofen

www.hesse-museum-gaienhofen.de
www.hesse-museum-gaie...eich?value=2019-03-17

15. März bis 31. Okt:
Di-So 10-17 Uhr

1. Nov bis 14. März:
Fr-Sa 14-17 Uhr
So 10-17 Uhr

Die Aus­stel­lung ver­sucht erst­mals, die eminent poli­ti­sche Dimen­sion der „Lebens­be­schrei­bung des Magister Ludi Josef Knecht” aufzu­zeigen, vor dem Hinter­grund der Zwänge, denen sich Hesse seit 1933 aus­ge­setzt sah.

    Bild
    Ein Panzer gegen die hässliche Zeit :: Ausstellung
    • Mini-Map
    1943 veröffentlichte Hermann Hesse seinen letzten Roman in kleiner Auflage in der Schweiz, erst Ende 1946 wurde „Das Glasperlenspiel” auch einem größeren Publikum in Deutschland bekannt.

    Ursprünglich hätte „Das Glasperlenspiel” schon 1942 in Berlin erscheinen sollen, doch die NS-Behörden verweigerten die Druckgenehmigung. Seinem Sohn Heiner teilte Hesse 1942 resigniert mit, „dass das Buch nun also die Leser, für die es bestimmt war, nicht erreicht”. Dass Hesse und sein Verleger Peter Suhrkamp „Das Glasperlenspiel“ ganz bewusst inmitten des „Dritten Reiches” herausbringen wollten, wurde später kaum noch wahrgenommen.

    Die Ausstellung versucht nun erstmals, die eminent politische Dimension der „Lebensbeschreibung des Magister Ludi Josef Knecht” aufzuzeigen, vor dem Hintergrund der Zwänge, denen sich Hesse seit 1933 ausgesetzt sah: Bei der 1935/36 durch das Propagandaministerium erzwungenen „Arisierung” des S. Fischer Verlags wurde verfügt, dass Hesses Werkrechte in Deutschland zu verbleiben hatten, womit er in den Machtbereich der NS-Kulturpolitik geriet.

    Die Ausstellung im Hesse Museum Gaienhofen umfasst neben literarischen und historischen Dokumenten Film- und Hörstationen, mit denen die Zeitgeschichte, wie auch der musikalische Horizont des „Glasperlenspiels” vergegenwärtigt wird.