Der Flaneur

Vom Impressionismus bis zur Gegenwart

Kunstmuseum Bonn
20.9.2018-13.1.2019

Friedrich-Ebert-Allee 2
53113 Bonn

www.kunstmuseum-bonn.de

Di, Do-So 11-18 Uhr
Mi 11-21 Uhr

Das lang­same Fla­nie­ren und flie­ßen­de Sehen des Fla­neurs stehen in starkem Kon­trast zu der Zweck­ge­richtet­heit unseres Tuns und der Hektik unserer Bewe­gung. Die Aus­stellung folgt dem Weg des Fla­neurs durch einen Zeit­raum von mehr als 100 Jahren.

Bild
Ernst Ludwig Kirchner, Straßenszene, 1926, Aquarell
Der Flaneur :: Ausstellung
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Mit der zunehmenden Beschleunigung unseres Alltags entsteht der Wunsch nach Müßiggang und Zeit zur Reflexion. Vor diesem Hintergrund ist gerade heute die Figur des Flaneurs aktueller denn je. Das langsame Flanieren und fließende Sehen des Flaneurs stehen in starkem Kontrast zu der Zweckgerichtetheit unseres Tuns und der Hektik unserer Bewegung.

Das zunächst literarisch angelegte Motiv des Flaneurs ist eng mit der urbanen Umgebung verbunden. Der Flaneur ist das Auge der Stadt, das auf die Stadt schaut und durch das die Stadt auf sich schaut. Der schweifende Blick dieser einzelnen Figur, die ziellos über Straßen und Plätze streift und Eindrücke sammelt, erweist sich als adäquate Wahrnehmung des flüchtig instabilen Organismus der Großstadt seit Beginn der Moderne. Entsprechend verfolgt die Schau ihr Thema nicht nur aus einer historischen Perspektive, sondern entwickelt es mit zahlreichen Beispielen bis in die Gegenwart.

Die Ausstellung folgt dem Weg des Flaneurs durch einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren, vom Ende des 19. Jahrhunderts bis ins 21. Jahrhundert. Impressionismus, Expressionismus und Neue Sachlichkeit zeigen Paris und Berlin als das erste Terrain des Flaneurs. Seit den 1930er Jahren ist die Fotografie ebenfalls ein zentrales Medium der Erfahrung des Urbanen. In der Gegenwart nutzen Künstler – neben Malerei und Fotografie – Performance, Film und Audiowalk, um die dynamischen Strukturen der Stadt zu erfahren und zu bestimmen.

Das umfangreiche Ausstellungsprojekt umfasst mehr als 160 Werke von 65 Künstlern.