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LiteratenmuseumNeuchâtel
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chemin du Pertuis-du-Sault 742000 Neuchâtel

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Centre Dürrenmatt

Oberhalb von Neuenburg, wo einst Friedrich Dürrenmatt (1921-1990) lebte, schrieb und malte, steht heute das von Mario Botta erbaute Centre Dürrenmatt. Der Schweizer Architekt mit internationalem Renommee integrierte das ehemalige Wohnhaus des Schriftstellers in sein architektonisches Konzept. Von der grossen Panoramaterrasse geniesst man einen herrlichen Ausblick über den Neuenburgersee bis zu den Alpen.
Die grosse Dauerausstellung ist dem umfangreichen bildnerischen Werk und dem Theaterschaffen Dürrenmatts gewidmet. Zu dieser nehmen regelmässig stattfindende Wechselausstellungen sowie weitere Veranstaltungen auf unterschiedliche Weise Bezug.

Friedrich Dürrenmatt wurde 1921 als Pfarrerssohn in Konolfingen im Emmental geboren und starb 1990 in Neuchâtel, wo er 38 Jahre gelebt hatte. Internationale Berühmtheit erlangte er vor allem mit seinen Dramen Der Besuch der alten Dame (1956) und Die Physiker (1962) und durch die vielfach verfilmten Kriminalromane wie Der Richter und sein Henker (1952) oder Das Versprechen (1958).
Weniger bekannt sind sein umfangreiches essayistisches und autobiografisches Spätwerk sowie seine Bilder, die er parallel zur Schriftstellerei zeichnete und malte. Der vielfach mit Preisen geehrte Autor war zweimal verheiratet, aus erster Ehe stammen drei Kinder.
Als angehender Student schrieb Dürrenmatt an seinen Vater: „Es handelt sich nicht darum zu entscheiden, ob ich ein ausübender Künstler werde oder nicht, denn da wird nicht entschieden, sondern das wird man aus Notwendigkeit. Das Problem liegt ja bei mir ganz anders. Soll ich malen oder schreiben. Es drängt mich zu beidem.” Obwohl er sich damals für die Schriftstellerei als Beruf entschied, hat Dürrenmatt während seines ganzen Lebens gezeichnet und gemalt. Abgesehen von einigen Karikaturen blieb sein Bildwerk jedoch lange unbekannt. „Meine Zeichnungen sind nicht Nebenarbeiten zu meinen literarischen Werken, sondern die gezeichneten und gemalten Schlachtfelder, auf denen sich meine schriftstellerischen Kämpfe, Abenteuer, Experimente und Niederlagen abspielen”, schrieb Dürrenmatt. Geprägt wurde er ohne Zweifel durch den Expressionismus, aber auch verschiedene Einzelkünstler wie Piranesi, Goya und der mit Dürrenmatt befreundete Schweizer Maler Varlin hatten massgeblichen Einfluss auf sein Bildwerk. Die Federzeichnungen stehen im Zentrum von Friedrich Dürrenmatts Bildwerk. Sie erlaubten ihm eine grosse Spontaneität, einen raschen Wechsel vom Text zum Bild, und das Zeichnen war oft Erholung von der Anstrengung des Schreibens. Über seine Ölbilder und Gouachen sagt Dürrenmatt: „Ich bin kein Maler. Ich male technisch wie ein Kind, aber ich denke nicht wie ein Kind. Ich male aus dem gleichen Grund, wie ich schreibe: weil ich denke.” Er malt mythologische, historische und literarische Motive. Erst in seinen letzten Lebensjahren hat sich Friedrich Dürrenmatt an der Lithographie versucht. Die Karikaturen sind Zeugnisse von Dürrenmatts abgründigem Humor.
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