Bali. Insel der Götter

Museum der Völker
26.11.-21.5.2017

St. Martin 16
6130 Schwaz

www.museumdervoelker.com

tägl. 10-18 Uhr

In Bali ge­hö­ren Tempel­feste und Ver­bren­nungs­ritu­ale zum Straßen­bild. Wo immer man ein Dorf betritt, wird man auf Tempel­anlagen, Krema­torien und pri­vate Geister­häuschen treffen.

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    Bali. Insel der Götter :: Ausstellung
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    Eine Sonderstellung in Indonesiens Inselwelt nimmt Bali ein. Schon früh von Touristen entdeckt, entwickelte sich hier eine Gesellschaft, die vor dem Hintergrund eines hinduistischen Weltbildes eine eigenständige Formensprache hervorgebracht hat. Europäische Einflüsse sind mancherorts spürbar, doch Balis Götterhimmel ist in seinem barocken Reichtum erhalten geblieben.

    Während überall sonst in Indonesien eine typische, dem Primitivismus zugehörige Formensprache herrscht, hat sich hier ein Stil entwickelt, der mit seinem gold-barocken Tempelinventar einer Tradition folgt, die aus Indiens Hochkultur herrührt.

    Mythische Gottheiten aber auch Figuren der herrschenden Klasse werden in den Tempel-Aufführungen gemimt, in gewaltigen Kostümen betreten die Schauspieler die Bühne, wenn Barong, der gute Drache, gegen Rangda, die böse Hexe, antritt. Zu guter Letzt beteiligt sich Hanumans Affenheer am Kampf und – wie könnte es anders sein – Rangda, die Hexe, und ihr todbringender Zauber werden besiegt.

    In Bali gehören Tempelfeste und Verbrennungsrituale zum Straßenbild. Die Gläubigkeit der Menschen ist Teil ihres Lebens und nicht an Feiertage gebunden. Wo immer man ein Dorf betritt, wird man auf Tempelanlagen, Krematorien und private Geisterhäuschen treffen. Bereitwillig erlaube es die Besitzer dem Fremden, an allen, auch privaten, Festlichkeiten teilzunehmen. Auch die Überfrachtung touristischer Interessen hat die geduldigen Insulaner nicht aus der Ruhe bringen können. Eine Symbiose aus religiösen Bedürfnissen und touristischen Interessen hat neue merkantile Formen hervorgebracht, deren modifiziertes Bild noch interessant genug ist, um es zu hinterfragen.